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Engelwurz und Jupiter

Engelwurz und Jupiter

Die Engelwurz und der Jupiter, Beitrag von Anita Conrad

Jupiterkräuter haben oft eine gerade, herrschaftliche Gestalt und beeindrucken uns durch ihre Größe. Dies ist kaum verwunderlich, denken wir an den Planeten Jupiter, der ja auch unser größter Planet ist. Jupiterkräuter haben einen zähen Stengel, oft vierkantig und lichte Blütenfarben.

Paracelsus (1) ordnet den Jupiter der Leber zu. Welches Kraut passt also besser als Jupiterkraut als die Engelwurz mit ihrer großen aufrechten, bei der Erzengelwurz (Angelica archangelica) wirklich herrschaftlichen Gestalt, die bis zu 2,50m groß werden kann? Engelwurz hat die Fähigkeit, den Körper von Giftstoffen zu reinigen und unsere Leber ist ja ein Entgiftungsorgan. Wie steht es in einem Kräuterbuch von 1563:
„Hye haben wir abermals der edlen unnd berümpten kreutter eins, welches wegen seiner tugend wider gifft und insonderheit wider die pestilenz nicht zu bezahlen ist, wie solchs mannigfaltige erfahrung bezeugt.“(2)

Doch während Paracelsus die Engelwurz ganz eindeutig dem Jupiter zuordnet, sieht Nicolas Culpeper (3) dies etwas differenzierter:
„Sie ist eine Pflanze der Sonne, die im Löwen steht. Wir sollten sie sammeln., wenn sie in diesem Zeichen steht und der Mond zu ihr in einem guten Aspekt steht. Wir sollten sie entweder in der Stunde der Sonne sammeln oder in der Stunde des Jupiter“.
Deshalb ordnet sie Culpeper Sonne und Jupiter zu, denn er sagt, sie hat die Kraft der Sonne und kann den ganzen Körper stärken. Es ist durchaus üblich, einer Pflanze mehr als einen Planeten zuzuordnen, wie wir vor allem bei den transsaturnischen Planeten sehen werden.
Engelwurz
Doch zurück zur Engelwurz. Ihr Name zeigt uns, dass es hauptsächlich die Wurzel ist, die in der Heilkunde Verwendung findet. Sie war eine der bekanntesten Heilpflanzen unserer nordischen Vorfahren und war damals so bekannt wie heute das Gänseblümchen. Im Mittelalter galt sie als Allheilmittel und wurde vor allem auch gegen die Pest verwendet. Zum einen, um Kranke zu heilen, aber auch um sich selbst vor der Pest zu schützen.
Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang der „Essig der 4 Räuber“ geworden. In Frankreich gab es im 17. Jh. zur Zeit der Pest 4 Räuber, die die Häuser der Pestkranken plünderten und sich dabei erstaunlicherweise nicht ansteckten. Nun, sie wurden gefasst und zum Tode verurteilt. Man versprach ihnen aber das Leben, wenn sie ihr Geheimnis verraten würden, womit sie sich vor der Ansteckung schützten. Nun, dies war der Essig der 4 Räuber, der unter anderem Angelicawurzel enthielt!

Heute verwendet man Angelica als Stärkungsmittel bei physischer und psychischer Schwäche, zur Nervenstärkung, bei Mutlosigkeit, Nervosität, aber auch zur Reinigung des Körpers von Giftstoffen. Angelicawurzeln sind bitter, aber das sollen sie auch sein. Gerade die Bitterstoffe regen den Verdauungsapparat und die blutbildenden Organe an. Deshalb nicht süßen, sonst hat Engelwurz nicht die gewünschte Wirkung. Engelwurz löst aber auch zähen Schleim bei Husten, Bronchitis, Lungenentzündung und chronischen Erkrankungen der Atemwege. Über die Haut aufgenommen wirkt sie auch bei Rheuma, Gicht, Nervenschmerzen und sogar Lähmungen – hier verwendet man aber nicht die Wurzel, sondern ein Absud der Samen. Bei der Anwendung von Angelica sollte man keine Sonnenbäder nehmen, da es sonst zu Hautentzündungen kommen kann. (4)
Außer der Erzengelwurz (Angelica archangelica) gibt es noch die Sumpfengelwurz (Angelica palustris) und die Waldengelwurz (Angelica sylvestris). Alle können verwendet werden. Angelica ist eine zweijährige Pflanze. Die Wurzeln werden im Herbst des ersten Jahres vor dem Aufstengeln geerntet.
Man erntet die Wurzeln im späten Herbst, reinigt sie, schneidet sie klein und trocknet sie luftig und schattig.

Engelwurztee:
1 TL zerkleinerte Wurzel pro Tasse kurz aufkochen oder über Nacht in Wasser einweichen und dann kurz erhitzen.
Man kann Engelwurz auch essen. Die jungen geschälten Stengel vor der Blüte und die jungen Blätter können als Gemüse zubereitet werden. Junge Blätter nimmt man auch zum Würzen von Soßen, Fisch und Fleisch. Man kann die jungen Stengel auch mit Käse überbacken oder aber mit Rhabarber mischen und als Mus oder Marmelade kochen. (4)

Bibliografie
(1) Rippe, Madejsky, Amann, Ochsner, Rätsch: Paracelsusmedizin
(2) P. Mattioli: Kreuterbuch 1563
(3) Nicolas Culpeper: Culpetters complete herbal, Exeter
(4) Susanne Fischer-Rizzi: Medizin der Erde 1997

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